Kooperationen führen zum Erfolg

Andreas Tobler
Ärztlicher Direktor Insel Gruppe

Credo und Ziel der neuen Insel Gruppe ist die integrierte und stufengerechte Behandlung der Patientinnen und Patienten.
«Credo und Ziel der neuen Insel Gruppe ist die integrierte und stufengerechte Behandlung der Patientinnen und Patienten.»

Andreas Tobler, Ärztlicher Direktor Insel Gruppe

Das heisst, diese sollen unabhängig vom Eintrittsort rund um die Uhr die richtige Behandlung zur richtigen Zeit am richtigen Ort erhalten. Qualität auf hohem Niveau ist dabei unsere Maxime und unser Versprechen zugleich. Das erreichen wir nur gemeinsam – mit der Medizinischen Fakultät und der Universität, unseren Partnerspitälern und den zuweisenden Ärztinnen und Ärzten. Patientenversorgung, Forschung und Bildung müssen dabei gleichberechtigt und harmonisch zusammenspielen. Nur so gelingt es, dass unsere Patienten raschestmöglich von neusten Forschungserkenntnissen profitieren oder dass wir die besten Köpfe im kompetitiven Arbeitsmarkt gewinnen und halten können. Wichtige Weichen sind 2016, im Geburtsjahr der Insel Gruppe, gleichsam als Auftakt gestellt worden.

Die Behandlung von neurologischen Patienten ist ein Beispiel, wie es gelungen ist, die Versorgung über verschiedene Stufen mit integrierten Prozessen sicherzustellen. Voraussetzung war der Ausbau der Akutrehabilitation im Anna-Seiler-Haus auf dem Insel-Campus und die Eröffnung der Neurorehabilitation im Landspital Riggisberg. Hier ist nun die lückenlose Behandlung aus einer Hand gewährleistet – vom Eintritt im Universitären Notfallzentrum über die Stroke Unit oder die Intensivmedizin bis zum Beginn der Frührehabilitation. Das ist in der Schweiz einzigartig.

Am Beispiel der optimierten Versorgung von Hirnschlagpatienten zeigt sich, wie wichtig die Pflege und der Ausbau von Netzwerken und Kooperationen mit unseren Partnerspitälern innerhalb und ausserhalb des Kantons Bern sowie den zuweisenden Ärztinnen und Ärzten sind. Die Insel Gruppe pflegt mit rund 400 Partnern eine vertraglich geregelte Zusammenarbeit. Diese schliesst die ganze Spannbreite von Ärztenetzwerken und Medizentren, die medizinische Betreuung von Alters- und Pflegeheimen durch Landspitäler und die Regional-, Kantons- und Universitätsspitäler mit ein. An dieser Zusammenarbeit sind zahlreiche Fachbereiche des Inselspitals und alle Standorte der Insel Gruppe beteiligt. Voraussetzung für erfolgreiche Kooperationen ist gegenseitiges Vertrauen, eine langfristig garantierte Win-win-Situation – und die allseitige Bereitschaft, Rückschläge in Kauf zu nehmen! An dieser Stelle danke ich unseren Partnerspitälern und den zuweisenden Ärztinnen und Ärzten für ihr Vertrauen und die gute Zusammenarbeit mit der Insel Gruppe.

Grundlage und zugleich Treiber für die klinische und transnationale Forschung sind in sich konsistente Versorgungs- und medizinische Behandlungskonzepte. Das bereits bestehende ARTORG Center der Universität Bern als Beispiel verbindet erfolgreich die biomedizinischen Ingenieurwissenschaften mit der Klinik. Im vergangenen Jahr konnte hier die 3D Bioprinting Systems Facility (3-D-Drucker) in Betrieb genommen werden, an der verschiedene Kliniken des Inselspitals partizipieren. Der Baubeginn des Swiss Institute for Translational and Entrepreneurial Medicine (sitem insel) setzte einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg, die translationale Medizin am Standort Bern zu stärken. Die sitem insel geht auf eine Initiative des Kantons, der Universität Bern, der Industrie, der Inselspital-Stiftung und der Chefärzte des Inselspitals zurück.

Die Kliniken des Inselspitals, das Stadtspital und die Landspitäler können auf zahlreiche Highlights und herausragende Leistungen im vergangenen Jahr zurückblicken, und dies in den Bereichen Patientenversorgung, Qualitätsentwicklung und der Patientensicherheit sowie in der Forschung und Bildung. Das Erreichte erfüllt uns alle mit Genugtuung und Stolz. Mein Dank geht an alle, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.

Die Insel Gruppe mit ihrem Universitätsspital, dem Stadtspital und den Landspitälern steht vor grossen Herausforderungen. Präzisionsmedizin, Digitalisierung oder der Umbruch in der Grundversorgung verlangen von uns in den kommenden Jahren rasche und flexible Antworten im Geist und im Handeln. Nutzen wir diese Herausforderung weiterhin auch als Chance!