Von der Idee bis ans Patientenbett

Spitzenmedizin nehmen wir gerne für selbstverständlich. Doch die Weiterentwicklung der Medizin ist gleichzeitig eine essenzielle und eine kostspielige Aufgabe der universitären Medizin. 

Individualisierte Implantate aus Titan, die die Passgenauigkeit und Stabilität signifikant verbessern; anatomische Modelle aus dem 3-D-Drucker, die schwierige Operationen planbar machen; Bluttests, die das Verkalkungsrisiko vorhersagen: All das ist Innovation, entstanden unter Beteiligung der Insel Gruppe. Innovationsforschung bedeutet, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen. Das kostet Geld. Wie lassen sich neue Ansätze in Diagnostik und Therapie also finanzieren? Denn was noch nicht oder nicht ausreichend im Tarifsystem abgebildet ist, wird nicht aufwandsgerecht vergütet. Für die Kliniken, die Treiber dieser medizinischen Innovationen, bedeutet dies, dass sie beim Einsatz neuer innovativer Methoden eine Vorleistung erbringen müssen und dass das Risiko nicht gedeckter Kosten durch die Innovation bei ihnen liegt.

Damit das nicht so bleibt, verfügt die Insel Gruppe über ein Innovationsmanagement. Eine der wichtigsten Aufgaben besteht darin, dafür zu sorgen, dass neue Verfahren, die eine klare medizinische Verbesserung darstellen, aufwandsgerecht vergütet werden. Dabei ist es das erklärte Ziel, den Patientinnen und Patienten der Gruppe möglichst frühzeitig Behandlungen zu ermöglichen, die sicherer und weniger invasiv sind, die ambulant durchgeführt werden können oder überhaupt erstmals möglich werden.

Das nützt nicht nur den Betroffenen. Auch volkswirtschaftlich machen Innovationen Sinn, verbessern sie doch Abläufe, erschliessen neue Therapien und Geschäftsfelder und tragen damit zu einer steten Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei. Weil das dem Kanton Bern etwas wert ist, unterstützt er die Übergangsphase von der Invention zur Innovation mit 3 Mio. CHF, die im Wettbewerb unter den Spitälern Berns verteilt werden. Seit 2016 entscheidet nicht mehr der Kanton allein. Vielmehr wurde ein Gremium ins Leben gerufen, in dem medizinische Expertinnen und Experten der verschiedenen Berner Spitäler Einsitz nehmen. Dieses Gremium beurteilt die Anträge danach, ob es sich um eine tatsächliche Innovation handelt und ob das neue Verfahren finanziell unterdeckt ist. Dieses Vorgehen verbessert die Transparenz und erhöht gleichzeitig die Konkurrenz, da mehrere Anwärter Anspruch erheben auf die jährlich vergebenen Gelder.

Entsprechend ist es umso erfreulicher, dass im Jahr 2016 an der Insel Gruppe mehr Innovationsanträge gestellt wurden als je zuvor. Insgesamt wurden 38 Anträge eingereicht. Trotz der grösseren Konkurrenz konnte die Insel Gruppe voll überzeugen und neun Zehntel der kantonalen Fördersumme gewinnen. Dies gelang nur dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten. Für die Zukunft wird die Insel Gruppe ihr wertvolles Netzwerk in der Industrie, der Akademie und der Politik festigen und weiter ausbauen. Mit erfolgreich lancierten Initiativen wie dem Center for Biomedical Engineering Research (ARTORG) und dem Aufbau des Schweizerischen Instituts für Translationale und unternehmerische Medizin (sitem-insel) sind die Weichen richtig gestellt, damit die Insel Gruppe AG auch in Zukunft am Standort Bern der Motor für medizinische Innovationen und der wichtigste Anbieter für Spitzenmedizin mit nationalem und internationalem Renommee bleibt.