Pflegekonzept gewährleistet hohe Betreuungsqualität

Um Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung optimal zu versorgen, braucht es eine klinikübergreifende Zusammenarbeit aller Fachdisziplinen. Dies erfordert klare Aufgabenverteilungen und Anforderungsprofile. Für die Pflege im Tumorzentrum wurde aus diesem Grund ein neues Pflegekonzept entwickelt.

Das Tumorzentrum Bern bzw. das University Cancer Center Inselspital (UCI) setzt sich aus verschiedenen Organtumorzentren zusammen. Im UCI sind alle notwendigen Kompetenzen zur Behandlung und Betreuung von Krebspatientinnen und -patienten vereint. Die verschiedenen Kliniken arbeiten intra- und interprofessionell zusammen. Dadurch profitieren die Patientinnen und Patienten von der umfassenden Betreuung in einem Netzwerk.

Klärung der Rollen und Funktionen
Die Patientinnen und Patienten sollen die beste Therapie und Betreuung erhalten und zwar unabhängig davon, in welchem Organzentrum sie sich befinden. Deshalb wurde ein spezifisches Pflegekonzept entwickelt. Daran beteiligt waren Luzia Herrmann, Bereichsleiterin Fachentwicklung der Direktion Pflege/MTT, Esther Squaratti-Heinzmann, Leiterin Pflegedienst Medizinische Onkologie der Universitätsklinik für Radio-Onkologie, Monica Fliedner, MTT Pflegeexpertin ANP und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Direktion Pflege, sowie Maya Shaha, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Fachentwicklung der Direktion Pflege/MTT. Das neue Pflegekonzept bildet die bestehenden Rollen der Pflege innerhalb des Tumorzentrums ab, zeigt welche spezialisierten pflegerischen Aufgaben damit verbunden sind und welche Kompetenzprofile diese erfordern. Zudem stellt es allen Beteiligten pflegerisches Fachwissen für die Betreuung von onkologischen Patientinnen und Patienten zur Verfügung.

Von der Prävention bis zur Betreuung der Angehörigen
Die Autorinnen haben bei der Erarbeitung des wissenschaftlich abgestützten Konzepts alle am Tumorzentrum beteiligten Kliniken miteinbezogen und sich mit anderen Krebszentren im englischsprachigen und niederländischen Raum ausgetauscht. Die im Konzept definierte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einem Tumor orientiert sich am pflegerischen Kontinuum-Konzept (sog. Care Continuum in Anlehnung an Bachrodt and Makadon 2011). Dies bedeutet, dass die Betreuung bereits bei der Prävention beginnt und über den Tod der Patientinnen und Patienten hinaus bis zur Betreuung der Angehörigen in der Trauerphase reicht. Mit Blick auf dieses Kontinuum begleiten und betreuen Pflegefachpersonen in interprofessionellen Teams die Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen und zwar sowohl im Spital als auch daheim oder in Rehabilitation. «Die Literatur zeigt, dass alle Patientinnen und Patienten mit einem Tumor eine individuelle Versorgung brauchen, damit ihre Lebensqualität erhalten und gefördert wird», sagt Luzia Herrmann.

Das Pflegekonzept hat sich in der Praxis bewährt: «Es dient der Qualitätssicherung und unterstützt vernetzt über die Klinikgrenzen hinweg. Zudem brachte die Beschreibung der Aufgaben und Anforderungen Klarheit darüber, welche Rollen und Funktionen es heute im Tumorzentrum gibt – und welche in Zukunft benötigt werden», sagt Esther Squaratti-Heinzmann. Noch ist nicht alles umgesetzt: «Um die kontinuierliche, interprofessionelle Versorgung auch über die Spitalmauern hinaus sicherzustellen, sind weitere Schritte erforderlich», sagt Luzia Herrmann.