Reibungslose Behandlungskette

Eine moderne Patientenbehandlung setzt sich aus einer grossen Anzahl an miteinander kombinierten Einzelmassnahmen zusammen. Diese werden von vielen Personen aus unterschiedlichen Berufsgruppen und Bereichen erbracht. Diese «Behandlungskette» kann nur dann reibungslos funktionieren, wenn alle Beteiligten eng zusammenarbeiten und das Wohl der anvertrauten Patientinnen und Patienten als gemeinsames Ziel betrachten.

Ergänzend zur eigentlichen ärztlichen und pflegerischen Behandlung wird während des gesamten Patientenaufenthaltes auf vielerlei Weise für Qualität und Sicherheit gesorgt. Manches davon wird ein Patient direkt sehen und sich z. T. sogar aktiv daran beteiligen. Zum Teil laufen aber auch viele Massnahmen, die die Sicherheit und Qualität der Behandlung verbessern, so unauffällig im Hintergrund ab, dass sie während des Aufenthaltes gar nicht bemerkt werden. Ein Teil davon soll anhand eines fiktiven Beispiels eines Behandlungsverlaufs dargestellt werden:
Herr X leidet schon seit Jahren unter starken Hüftschmerzen. Nach gewissenhaften Voruntersuchungen stehen die Diagnose und das weitere Vorgehen fest: Sein linkes Hüftgelenk ist so stark abgenutzt, dass es sinnvoll ist, es durch ein künstliches Gelenk zu ersetzen. Sein Hausarzt empfiehlt hierfür das Inselspital. Herr X willigt in den Eingriff ein, und es wird ein Operationstermin vereinbart. Ergänzend zur eigentlichen ärztlichen und pflegerischen Behandlung wird während seines gesamten Aufenthaltes auf vielerlei Weise für Qualität und Sicherheit gesorgt. Manches davon kann er direkt sehen und sich daran aktiv beteiligen. Zum Teil laufen aber auch viele Massnahmen, die die Sicherheit und Qualität seiner Behandlung verbessern, so unauffällig im Hintergrund ab, dass Herr X sie während seines Aufenthaltes gar nicht bemerken wird.

Behandlungskette

Meilenstein

1. Patienten-Online-Aufnahme

Bereits vor seinem stationären Eintritt erhält Herr X die Möglichkeit, seine Patientendaten online einzugeben und kann so Wartezeiten bei der administrativen Aufnahme vermeiden. Am Tag seines Spitaleintritts kann er ohne Umwege direkt zur Station gehen.

Meilenstein

2. Digitale Krankenakte

Bei den ärztlichen und pflegerischen Aufnahme­gesprächen werden wichtige Informationen über Herrn X in die digitale Krankenakte eingetragen. So stehen sie jederzeit allen an der Behandlung beteiligten Mitarbeitenden zur Verfügung.

Meilenstein

3. Patienten­arm­band

Gleichzeitig erhält er von der Pflege ein Armband, das jederzeit eine sichere Identifikation ermöglicht. Das ist besonders wichtig, wenn er sich z. B. in Narkose befindet. Gemeinsam mit dem Patientenarm­band erhält Herr X wichtige Sicherheitshin­weise und den Flyer «Fehler vermeiden – Helfen Sie mit!», in dem er darum gebeten wird, sicherheitshalber nachzufragen, falls er im Laufe seiner Behandlung Unstimmig­keiten befürchten sollte.

Meilenstein

4. elektronische Me­di­ka­men­ten­verordnung

Die Medikamente, die Herr X während seines Aufenthaltes im Spital erhalten soll, werden elektronisch verordnet. Dadurch können z. B. Übertragungs­fehler sicher vermieden werden. Gleichzeitig warnt das System vor Medikamenten, auf die Herr X allergisch reagieren würde. Auf allen Laborproben, die Herrn X abgenommen werden, und seinem Patientenarm­band befinden sich Strichcodes, die bereits bei der Blutentnahme zum ersten Mal eingelesen werden. Die Proben können dadurch sicher Herrn X zugeordnet werden.

Meilenstein

5. Markierung der OP-Stelle

Vor der Operation wird die OP-Stelle, die linke Hüfte von Herrn X, mit einem wasserfesten Filzstift markiert. Wenn Herr X dann später in Narkose ist, können alle an der Operation Beteiligten die zu operierende Seite sicher erkennen. Vor den wichtigsten Schritten der Operation (Narkose, Lagerung und Hautschnitt) werden alle relevanten Informationen anhand einer speziellen OP-Checkliste überprüft. Um ganz sicher zu gehen, wird er von den Mitarbeitenden immer wieder gebeten, die schriftlich fixierten Angaben zu bestätigen. Auf diese Weise leistet er einen wichtigen Beitrag zu seiner eigenen Sicherheit. Unmittelbar vor Beginn der Operation hält das OP-Team kurz inne, um sich nochmals über alle Fakten zum Eingriff auszutauschen und um zu überprüfen, ob alle erforderlichen OP-Materialien zur Verfügung stehen.

Meilenstein

6. Hygiene­über­wachung

Der Operationsaal, in dem Herr X sein künstliches Hüftgelenk erhält, wird regelmässig von Hygiene­spezialisten kontrolliert, um rechtzeitig mögliche Schwachstellen erkennen zu können. Alle bei der Operation verwendeten Materialien unterliegen höchsten Qualitäts­anforderungen.

Meilenstein

7. Erhebung von Wundinfektionen

Die Instrumente werden von der zertifizierten Sterilgutver­sorgungs­abteilung mit validierten Verfahren sterilisiert. Trotz aller Hygienemass­nahmen und grösster Sorgfalt sind Wundinfekt­ionen nicht vollständig zu vermeiden. Um evtl. bestehende Probleme erkennen zu können, werden alle aufgetretenen Infektionen separat dokumentiert. Diese laufende Erfassung erlaubt eine objektive Beurteilung der eigenen Leistung und ermöglicht ggf. die frühzeitige Einleitung von Gegenmass­nahmen.

Meilenstein

8. SIRIS-Register

Alle relevanten Daten zur Operation von Herrn X werden elektronisch in das Schweizerische Implantatsregister «SIRIS» eingegeben. Dadurch stehen Informationen für eine vergleichende Qualitätskontrolle zur Verfügung. Gleichzeitig ist die Rückverfolgbar­keit der verwendeten Materialien noch Jahre nach dem Eingriff möglich.

Meilenstein

9. Patienten­befragung

Nach gut verlaufener Operation erholt sich Herr X sehr schnell und bereitet sich auf den Spitalaustritt vor. Kurz bevor er das Spital verlässt, erhält er noch einen Fragebogen mit einem frankierten Antwortkuvert, auf dem er anonym seinen Aufenthalt bewerten und kommentieren kann.