Kommentierung zu den Leistungen der Insel Gruppe AG

Insel Gruppe
An den Standorten der Insel Gruppe AG Bern wurden 2016 insgesamt 61 156 Behandlungsfälle akutstationär versorgt. Weitere 1 148 Patienten und Patientinnen wurden im Rahmen von stationären Rehabilitationsmassnahmen behandelt. Von dieser Patientengruppe profitierten 76 Patienten und Patientinnen von dem Ende 2016 neu etablierten Angebot der universitären Neurorehabilitation im Spital Riggisberg.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Patienten und Patientinnen, welche akut-stationäre Leistungen der Insel Gruppe AG in Anspruch nahmen, um 1,4%. Die Insel Gruppe AG hat ihr Angebot für die Bevölkerung mit einer zunehmenden Spezialisierung der medizinischen Fachbereiche, wie beispielsweise der Neurologie und Neurochirurgie, ausgebaut. Die Angebotserweiterung in Verbindung mit einer saisonal gestiegenen Anzahl hospitalisationsbedürftiger Virusinfekte bei Kindern und einer Zunahme der bösartigen Erkrankungen im Erwachsenenalter führte u.a. dazu, dass knapp 900 zusätzliche Patienten und Patientinnen bedarfsgerecht im abgestuften Versorgungsmodell der Inselgruppe AG betreut wurden.

Inselspital
2016 wurden am Inselspital 45 700 Patienten und Patientinnen stationär (inkl. stationärer Rehabilitationsmassnahmen) versorgt. Damit nahmen 4,6% mehr Patienten und Patientinnen das breite Angebot der (hoch)spezialisierten Medizin am Inselcampus in Anspruch.

Die grösste Fallzunahme bei den Krankheiten und Störungen des Nervensystems (MDC1 01) erklärt sich aufgrund eines infrastrukturellen Ausbaus des Neurozentrums am Inselspital. Weiterhin stieg die Anzahl der Behandlungen bei Krankheiten und Störungen der Atmungsorgane (MDC 04), der Verdauungsorgane (MDC 06) sowie des hepatobiliären Systems (MDC 07). Im Gegensatz hierzu zeigt sich ein leichter Rückgang bei Erkrankungen des Auges für den stationären Bereich (MDC 02). Der Rückgang lässt sich aufgrund einer Verschiebung in den ambulanten Sektor erklären.

Bei der Betrachtung des DRG-Portfolios lässt sich erkennen, dass in 2016 die 15 fallzahlstärksten DRGs 14,4% aller stationären Fälle abdecken. Wie auch in den Vorjahren belegen die «Neugeborenen Einlinge» (DRG P67D) Platz 1 mit 1 150 Fällen bei insgesamt 1 634 Geburten. Dies zeigt, dass das Inselspital neben der Versorgung medizinisch (hoch)komplexer Fälle auch ein beliebter Partner für Mütter und ihren Nachwuchs ist.

Eine effiziente und bedarfsgerechte Leistungserbringung am Inselcampus führte zu einer Reduktion der durchschnittlichen Verweildauer sowie einem Anstieg der Kurzliegerfälle. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag mit 5,8 Tagen (ohne Einbezug der stationären Rehabilitation) leicht unter dem Vorjahr. Im schweizweiten Vergleich ist dieser Wert somit schweregradbereinigt deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Die durchschnittliche effektive Fallschwere (Case Mix Index) der Patienten war mit 1,450 im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Die Kostengewichte im SwissDRG-Fallpauschalenkatalog bei den Patientengruppen des Inselspitals wurden für das Jahr 2016 abgewertet (= negativer Katalogeffekt). In Verbindung mit der Verweildauerverkürzung und Verschiebungen im Leistungsportfolio der Kliniken hatte der Katalogeffekt einen absenkenden Einfluss auf die durchschnittliche effektive Fallschwere.

Neben der stationären Versorgung bietet das Inselspital ein weitreichendes ambulantes Behandlungsangebot an, welches von einer steigenden Anzahl an  Patienten und Patientinnen in Anspruch genommen wurde. Das Wachstum im ambulanten Bereich führte zu einer Zunahme der Tarmed-Taxpunkte um 9,2%. Des Weitern wurden auch therapeutische Leistungen wie Physiotherapie oder Beratungen zur Ernährung und Diabetes mellitus vermehrt nachgefragt.

Stadtspital und Landspitäler
Im Jahr 2016 wurden in den Spitälern Tiefenau, Aarberg, Münsingen, Riggisberg und Belp 16 604 Patienten stationär behandelt (inkl. stationärer Rehabilitationsmassnahmen). Durch die Schliessung des Zieglerspitals im August 2015 ging die Patientenzahl im Vergleich zum Vorjahr um 6,9% zurück. Bereinigt um den Einfluss der Schliessung des Spitals konnten die übrigen Standorte ein Wachstum von 3,9% erzielen. Die grösste akut-stationäre Fallzunahme lässt sich mit 10,7% am Spital Tiefenau verzeichnen. Diese positive Entwicklung beruhte auf der Neueröffnung der Geriatrie an diesem Standort. Auch das Spital Riggisberg konnte 2016 deutliche Leistungssteigerungen verzeichnen. 

Die im ambulanten Bereich erlösten Tarmed-Taxpunkte lagen 1,6% über Vorjahr. Zuwächse erfolgten insbesondere bei den Beratungsleistungen zur Ernährung und bei Diabetes mellitus.

Der erwirtschaftete Case Mix lag bei 14 699 Punkten. Die durchschnittliche Fallschwere (Case Mix Index) des Spital Tiefenau betrug 1,067 und liegt somit um 3,6% über dem Vorjahr. Die Landspitäler verzeichneten eine durchschnittliche Fallschwere von 0,849. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 5,5 Tagen (ohne Einbezug der stationären Rehabilitation) und konnte im Vergleich zum Vorjahr leicht gesenkt werden.

1MDC = Major Diagnostic Category – Hauptdiagnosekategorien