Vorwort aus Medizin und Forschung
Jahresbericht

Die Weiterentwicklung der Angebote braucht ein sorgfältiges Miteinander

2017 war für die Insel Gruppe aus Sicht von Forschung und Medizin ein sehr erfolgreiches Jahr.
«2017 war für die Insel Gruppe aus Sicht von Forschung und Medizin ein sehr erfolgreiches Jahr.»

Urs P. Mosimann, Direktor Medizin

Die Nachfrage nach ambulanten und stationären Angeboten der Insel Gruppe ist weiter gestiegen. Die Insel Gruppe konnte die damit verbundenen mannigfaltigen Herausforderungen meistern. Die Weiterentwicklung der medizinischen Angebote braucht ein sorgfältiges Miteinander der Bereiche Medizin, Innovation, Infrastruktur, Prozesse, IT und Ökonomie. Die finanzielle Planungssicherheit wurde 2017 verbessert, indem die seit 2012 bestehenden Tarifunsicherheiten im stationären Bereich erfolgreich überwunden wurden. Schwierig bleiben die ambulanten Tarifeinschnitte, welche die Entwicklung eines spezialisierten ambulanten Angebotes erschweren bzw. gefährden. Dies ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach ambulanten Angeboten stark steigt.

2017 konnten verschiedene Infrastrukturprojekte für medizinische Angebote weiterentwickelt werden. Auf dem Insel-Areal wurden richtungsweisende Entscheidungen für die Sanierung der Frauenklinik gefällt, ein Provisorium für die Polikliniken erstellt und der Rohbau im Baufeld 6.1 errichtet. Feierlich wurde Letzterer anlässlich des 100. Todestages des Chirurgen Theodor Kocher auf dessen Namen getauft. Das neue Theodor-Kocher-Haus wird ab Sommer 2018 vorübergehend die Frauenklinik und anschliessend das Krebszentrum beherbergen. Im Inselspital konnte ein Hochpräzisions-OP eröffnet werden. Zudem wurden in Riggisberg und Aarberg die Notfalltrakte optimiert. Diese Infrastrukturinvestitionen sind eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Realisierung zeitgemässer medizinischer Angebote.

Die Entwicklung der Insel Gruppe ist nur durch eine moderne IT-Infrastruktur zur Sicherstellung der medizinischen Vernetzung möglich. Das Potential für die Digitalisierung ist in der Insel Gruppe sehr gross. Im Berichtsjahr konnten grosse IT- Homogenisierungsprojekte abgeschlossen werden. Neu benutzen alle Standorte dieselbe elektronische Patientenakte und das gleiche Bildablage- und Kommunikationssystem. Dies fördert die standortübergreifende Patientenbehandlung.

2017 wurden neue spezialisierte ambulante Angebote (z. B. Sprechstunden in den Bereichen Senologie, Urologie, Gastroenterologie) geschaffen oder ausgebaut, welche eine wohnortsnahe Behandlung ermöglichen. Die Nachfrage nach der neu eröffneten Dialysestation in Belp war hoch, sodass 2018 die Eröffnung einer weiteren Dialysestation in Aarberg geplant ist. An mehreren Kliniken (z. B. Geriatrie, Pneumologie, Kardiologie und Orthopädie) differenzierten sich die Angebote. Die Rettungsdienste in der Insel Gruppe wurden neu in eine Organisationseinheit integriert.

Der Medizinalstandort Bern hat letztes Jahr weiter an Bedeutung gewonnen. Es entstehen neue wichtige Kristallisationspunkte rund um die Schwerpunktthemen Präzisionsmedizin und Genomische Medizin. Mit der Biobank Bern und dem Aufbau einer national koordinierten Infrastruktur von Gesundheitsdaten (Swiss Personalized Health Network) entstehen wichtige innovative Unterstützungsfunktionen für die zukünftige Forschung. Die biomedizinische Forschung gewinnt an Bedeutung und ist weiterhin die starke Basis für die klinische und translationale Forschung. Das ARTORG Center for Biomedical Engineering brachte auch 2017 medizinische Innovation ans Krankenbett, indem beispielsweise mit einem Hochpräzisionsroboter ein Cochlea-Implantat erfolgreich gesetzt wurde. Darüber hinaus konnten eine Reihe weiterer richtungsweisender Forschungsergebnisse mit unmittelbarer Relevanz für die Patientenbehandlung am Medizinalstandort Bern erzielt werden. So wurde beispielsweise nachgewiesen, dass Bio-Stents das Herzinfarktrisiko erhöhen und es wurden neue Erkenntnisse rund um den Energieverbrauch beim Schlafen gewonnen.

Die Insel Gruppe ist im Kanton Bern die grösste Anbieterin von Praktikumsplätzen zur Ausbildung von Gesundheits- und von universitären Medizinalberufen. Mehrere hundert Studierende aus elf Gesundheitsberufen der Tertiärstufe (Höhere Fachschule, Fachhochschule, Universität) absolvierten rund 10 355 Ausbildungswochen. Im Berichtsjahr absolvierten 569 Studierende der Medizin rund 4 357 Praktikumswochen am Krankenbett. Die Vorbereitungen für 100 weitere Studienplätze sind am Laufen.

In der Ärztlichen Direktion fand 2017 aufgrund der Pensionierung von Prof. Dr. med. Andreas Tobler ein Führungswechsel statt. Über 14 Jahre lang prägte Andreas Tobler die Entwicklung der Ärztlichen Direktion massgeblich mit. Im Sommer 2017 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Seine enorme Schaffenskraft zeigt sich auch daran, dass seine Aufgaben an zwei Nachfolger übergeben wurden, nämlich an den Ärztlichen Direktor des Inselspitals, der für die ärztlichen Belange im Inselspital zuständig ist, und an den Direktor Medizin der Insel Gruppe, der für die standortübergreifenden Angebote und die Aussenvernetzung der Insel Gruppe verantwortlich ist.

Wir danken allen, die zum Erfolg der Insel Gruppe beigetragen haben.

Urs P. Mosimann Direktor Medizin
Martin Fiedler Ärztlicher Direktor
Matthias Gugger Direktor Lehre und Forschung