Vorwort Direktionspräsident, Präsident Verwaltungsrat Inselspital-Stiftung
Jahresbericht

Innovationsplatz Bern und Umgebung

Die Insel Gruppe bekennt sich zum Medizinstandort Bern mit dem Inselspital und dem Spital Tiefenau. Und zur Region mit den Landspitälern Aarberg, Belp, Münsingen und Riggisberg. – Gemeinsam sind wir stärker.
«Die Insel Gruppe bekennt sich zum Medizinstandort Bern mit dem Inselspital und dem Spital Tiefenau. Und zur Region mit den Landspitälern Aarberg, Belp, Münsingen und Riggisberg. – Gemeinsam sind wir stärker.»

Uwe E. Jocham, Direktionspräsident, Präsident Verwaltungsrat Inselspital-Stiftung

Letzten Sommer haben wir Geschichte für die Zukunft geschrieben: Bundesrat Johann Schneider-Ammann taufte das Gebäude auf dem Baufeld 6.1 auf den Namen «Theodor-Kocher-Haus». – Denn die Namensgebung für den ersten Neubau, der im Rahmen des Masterplans errichtet wurde, erfolgte zu Ehren Theodor Kochers, des ersten Nobelpreisträgers für Medizin der Universität Bern. Im Juni 2018 werden die ersten Abteilungen der Frauenklinik zur Zwischennutzung einziehen.

Stärkung des Gesundheitsstandorts Bern

Ebenfalls auf dem Weg der Fertigstellung ist das Schweizerische Institut für Translationale Medizin und Unternehmertum in Bern: Die sitem-insel AG auf dem Inselcampus soll im Frühjahr 2019 bezugsbereit sein. Das biopharmazeutische Unternehmen CSL Behring AG verlagert dazu rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer Abteilungen für Forschung und frühe klinische Entwicklung in das neue Gebäude von sitem-insel und profitiert dabei von der Nähe zu den Universitätskliniken des Inselspitals. Die CSL Behring AG und das Inselspital verbindet eine lange Tradition der Kooperation: Seit den 1960er-Jahren arbeiten die beiden Institutionen in Forschung und Entwicklung zusammen.

Der Berner Regierungsrat erachtet das geplante Forschungszentrum als grossen Erfolg für sitem-insel und den Medizinstandort Bern. Und wenn Bernhard Pulver, Erziehungsdirektor des Kantons Bern, diese Entwicklung als Sinnbild dafür betrachtet, dass gemeinsame strategische Ziele zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft enorme Kräfte freisetzen können, spricht er mir als Direktionspräsidenten der Insel Gruppe und Verwaltungsratspräsidenten aus dem Herzen. Denn die Region Bern braucht Innovationen und wirtschaftlichen Fortschritt.
Gemeinsam werden wir hierzu wichtige Impulse liefern.

Bereits haben Chirurginnen und Ingenieure des Inselspitals und des ARTORG Center for Biomedical Engineering Research der Universität Bern gemeinsam einen hochpräzisen Operationsroboter für die Cochlea-Implantation entwickelt. Die Forschungsarbeit zur weltweit ersten, erfolgreich durchgeführten roboterassistierten Cochlea-Implantation wurde in der Fachzeitschrift «Science Robotics» publiziert.

Erfolgsgeschichte seit dem Mittelalter

Mit Ausdauer, Innovation und unternehmerischem Handeln hat Anna Seiler 1354 den Grundstein für unseren Erfolg gelegt und mit der Behandlung und Pflege kranker Menschen begonnen. Dies steht heute noch im Fokus, wenn wir Behandlungsformen oder Therapieangebote aufgrund von Forschungsergebnissen optimieren. Und diese Menschen sollen davon profitieren können, wenn wir neue unternehmerische Wege einschlagen, Kooperationen eingehen und diese dank Netzwerken stabilisieren. Dazu gehört auch die eHealth-Integrationslösung, um einen durchgängigen, sicheren und möglichst automatisierten elektronischen Datenaustausch zu ermöglichen. Damit werden Kooperationen und die Koordination mit den Hausärztinnen und Hausärzten nachhaltig verbessert.

Angebote, die sich sehen lassen können

Auch das Spital Tiefenau oder die Landspitäler setzen auf Netzwerke. Beispielsweise stellt das Spital Aarberg nicht nur die hausärztliche Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner des Seelandheims Worben sicher, sondern arbeitet auch mit dem Wohn- und Pflegeheim Frienisberg zusammen. Weiter besteht eines der vielen neuen Zusammenarbeitsmodelle innerhalb der Insel Gruppe unter anderem im Zusammenschluss «Rettungsdienst Landspitäler Insel Gruppe», zu dem die Spitäler Aarberg, Münsingen und Riggisberg gehören. Dieser wurde am 1. Januar 2018 in Kraft gesetzt.

2017 war für das Inselspital, das Stadtspital und die Landspitäler mit einigen neu lancierten Angeboten ein Erfolgsjahr. Erwähnt seien hier als Auswahl besonders:
  • die neue Schmerzsprechstunde im Spital Aarberg;
  • die acht neuen Dialyseplätze im Spital Belp;
  • das neue Angebot in Knorpeltherapie am Orthopädischen Zentrum im Spital Münsingen. Und auch in Münsingen: Die Hebammensprechstunde der Geburtshilfe als leistungsergänzendes Angebot zur ärztlichen Schwangerschaftsvorsorge;
  • der Ausbau der Neurophysiotherapie im Spital Riggisberg, als Teil des Instituts für Physiotherapie am Inselspital und in Zusammenarbeit mit der erfolgreichen universitären Neurorehabilitation. Und auch in Riggisberg: Die wichtige und in der Region sehr geschätzte kinderärztliche Sprechstunde;
  • das am Spital Tiefenau neue interdisziplinäre Fallmanagement; durch die Universitätsklinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie und die Geriatrische Universitätsklinik.

Für die Herausforderungen der kommenden Jahre steht die Insel Gruppe auf einem soliden und starken Fundament. Diese Basis erlaubt uns strategisch und operativ, die Zukunft des Gesundheitsstandorts Schweiz aktiv mitzugestalten. Wie gut das gelingen wird, hängt vor allem von uns ab, die wir täglich höchsten Einsatz zeigen und uns zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten einsetzen.

Dafür bedanke ich mich im Namen des Verwaltungsrates und der Direktion der Insel Gruppe sehr herzlich.

Uwe E. Jocham
Direktionspräsident Insel Gruppe