Bildungsgang MTR HF: Potenzial der Insel Gruppe genutzt
Jahresbericht

Erfolgreiche Austauschpraktika in der Radiologie

Das neue Ausbildungskonzept Radiologie sieht Austauschpraktika innerhalb der Insel Gruppe vor. Die von den Studierenden gemachten Erfahrungen sind durchwegs positiv.

Vor einem Jahr – zeitgleich mit dem Start der Insel Gruppe – wurde das Ausbildungskonzept Radiologie in Kraft gesetzt. Seither profitieren die Studierenden des Fachbereichs Radiologie von externen Praktika an den Standorten Aarberg und Münsingen sowie in der Neuro-, Kinder- und Notfallradiologie des Inselspitals. «Die Zusammenarbeit ist nur dank der konstruktiven und engagierten Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ausbildungsstandorten und deren Leitungen möglich», sagt Remo Bühlmann, Leitende Radiologiefachperson HF und Berufsbildungsverantwortlicher Praxis des Universitätsspitals.

Das gesamte Berufsbildungsteam setzte alles daran, dass auch Training- und Transfertage zusammen durchgeführt und etabliert werden konnten. «Durch die professionelle gemeinsame Ausbildungsarbeit positionieren wir uns als grösster Ausbildungsbetrieb der Deutschschweiz mit jährlich neun studierenden Radiologiefachpersonen HF. Dadurch entstand für die Studierenden ein äusserst facettenreiches und individuelles Ausbildungsangebot an den verschiedenen Standorten der Inselgruppe», so Remo Bühlmann. Darin ist er sich einig mit den anderen Berufsbildungsverantwortlichen der Radiologie.

Interessante und überraschende Abwechslung

Die Studierenden erleben die Austauschpraktika als bereichernde Erfahrung. Hier ihre Statements:

Tanja Lüthi

Angehende Radiologiefachfrau HF

3. Ausbildungsjahr,
Standort Inselspital,
zweiwöchiges Austauschpraktikum in der Radiologie Spital Münsingen

«Das Aussenpraktikum im Spital Münsingen war für mich eine sehr interessante Abwechslung. Das deutlich kleinere Team, die kurzen Wege im Spital und der familiäre Umgang unter den Mitarbeitenden verschiedenster Berufsgruppen, zeigte mir eine neue Seite des Spitalalltages für Radiologie-Fachpersonen. Dank der tollen Betreuung konnte ich in den beiden Wochen viele Erfahrungen sammeln, die ich nun im Inselspital anwenden kann.»

Flavia Schranz

Angehende Radiologiefachfrau HF

3. Ausbildungsjahr,
Standort Inselspital,
zweiwöchiges Austauschpraktikum in der Radiologie Spital Aarberg

«Das zweiwöchige Praktikum in Aarberg war eine interessante Erfahrung, da ich einen Einblick in den Alltag eines kleineren Spitals erhalten konnte. Weil der Gerätepark deutlich kleiner ist, betreuen die Radiologiefachpersonen in Aarberg an einem Arbeitsplatz eine bunte Mischung von Notfällen, stationären und ambulanten Patientinnen und Patienten. Ich habe viele spannende Notfälle erlebt, was mich ziemlich überrascht hat. Besonders gut haben mir die Abwechslung und die familiäre Atmosphäre gefallen, zumal sich dort alle kennen.»

Rolf Scherler

Angehender Radiologiefachmann HF

3. Ausbildungsjahr,
Standort Tiefenau,
dreiwöchiges Austauschpraktikum Notfallradiologie Inselspital
einwöchiges Austauschpraktika Kinderradiologie Inselspital (KISPI)

«Das Kennenlernen von Organisation und Teamstruktur in einem grossen Institut war für mich eine Bereicherung. Die Arbeit in der Notfallradiologie hat mir sehr gut gefallen. Besonders fasziniert haben mich die Schockraumpatientinnen und -patienten, da wir im Tiefenau solch schwere Fälle nicht haben. Auch der Gerätepark und die diversen Abteilungen, welche von den verschiedenen Radiologie-Teams betreut werden, haben mich beeindruckt. Das Radiologiepraktikum im KISPI war sehr spannend und aufschlussreich. Man glaubt, die Einstelltechnik und die Lagerungen zu beherrschen, muss dann aber total umdenken und den Ablauf den Kindern anpassen.»

Gemeinsam essen

Zum Kennenlernen über die Standorte hinweg trägt auch das jährlich stattfindende «Studi-Essen» bei, an dem die neuen Studierenden der Radiologie ihre Mitstudierenden sowie ihre Vorgesetzten kennenlernen.

Von den schweizweit über 3 000 Radiologiefachpersonen HF arbeiten 220 bei der Inselgruppe, verteilt auf die drei Fachgebiete Diagnostische Radiologie, Nuklearmedizin und Radio-Onkologie. Dazu kommen 29 Studierende.

Im Durchschnitt bleiben zwei Drittel der Radiologie-Studierenden der Insel Gruppe auch nach dem Abschluss des dreijährigen Bildungsgangs als dipl. Radiologiefachperson HF der Gruppe treu.

Die Ausbildung an der Höheren Fachschule wird vom Zentrum für Medizinische Bildung (Medi) in Bern angeboten. Von den jährlich 31 Studierenden sind 29 % von der Inselgruppe.

Der dreijährige Bildungsgang ist wie folgt gegliedert:

  • 62 Wochen Schule
  • 76 Wochen Praxis
  • 5 Wochen Ferien (pro Jahr)

Die 76 Wochen Praxis gliedern sich in Praktika von 4 bis 8 Wochen in den drei Fachgebieten Diagnostische Radiologie, Nuklearmedizin und Radio-Onkologie im Ausbildungsbetrieb oder in grösseren Spitalzentren. Das heisst, dass auch externe Studierende ihre Praktika in der Nuklearmedizin und in der Radio-Onkologie am Inselspital absolvieren.

In der Diagnostischen Radiologie wird die professionelle Betreuung der Studierenden durch 13 Berufsbildnerinnen und Berufsbildner gewährleistet. Kompetente Bildungsarbeit wird grossgeschrieben, so schliessen im Jahr 2018 drei weitere Personen aus dem Team den inselinternen Diplomkurs Berufsbildnerin/Berufsbildner in Lehrbetrieben ab. Das umfangreiche Weiterbildungsangebot der Inselgruppe wird sehr geschätzt und entsprechend genutzt.

Der Rekrutierung neuer Studierender im Fachbereich Radiologie dienen u. a. der Nationale Zukunftstag, der Kantonale Tag der Gesundheitsberufe, die Berner Ausbildungsmesse (BAM), Inserate in der Gratiszeitschrift «20min» sowie Werbung auf sozialen Plattformen mit entsprechendem Videomaterial, das auch in Kooperation mit der Abteilung Personalmarketing der Insel Gruppe sowie mit der OdA Gesundheit Bern entstanden ist.

Links

Ausbildung Medizinisch-Technische Radiologie