Masterplan: Neue Prozesse in neuen Bauten
Jahresbericht

Masterplan – neue Prozesse in neuen Bauten

Im Rahmen des Programms Masterplan werden auf dem Insel-Areal moderne Neubauten erstellt. Dies ist Anlass, auch die Prozesse den künftigen Herausforderungen anzupassen – zukunftsgerichtet und patientenorientiert. Der Projektausschuss Masterplan hat die Direktion Pflege/MTT mit dieser Aufgabe betraut.

Ziele der Prozesse und Projekte

Durch ein methodisch professionelles Vorgehen und die Orientierung am Spitalmanagement der Zukunft sollen bestmögliche Prozesse entstehen. Indem alle Kern- und Supportprozesse aufeinander abgestimmt und die Prinzipien des Lean Managements angewendet werden, wird höchste Effizienz und Effektivität garantiert. Auch die Digitalisierung ist ein wichtiger Treiber im Gesundheitswesen und im Spitalmanagement. Die künftigen Prozesse basieren auf einem durchgängigen Informationsmanagement und auf der vermehrten Anbindung der Wertschöpfungspartner – insbesondere der Zuweiserinnen und Zuweiser. Die ICT-Plattformen werden konsequent medizinische Innovationen ermöglichen (u. a. Telemedizin, mobile medizinische Geräte, Apps, Big Data, personalisierte Medizin).

Die so definierten ambulanten, stationären und weiteren Prozesse sind bestmöglich per Bezug der Masterplan-Baufelder BB12 und BB6.1 umzusetzen. Sie sollen zudem im Sinne der Nachhaltigkeit der Investitionen auch für die anderen aktuellen und künftigen Bauten zur Anwendung kommen.

Vorgehensweise und Beispiele von Ergebnissen

In interdisziplinären Workshops modellierten Vertreter der betroffenen Bereiche die bestmöglichen Arbeitsabläufe, Instrumente und räumlichen Anordnungen. Was die Kernprozesse betrifft, waren die Ärzteschaft, die Pflege, die Medizintherapien und ‑techniken, die Klinikadministration und -disposition, die Spitalpharmazie, die Spitalhygiene und weitere vertreten. Auf Seite der Supportprozesse waren es u. a. das Patienten-Management, das Zuweiser-Management, die Beschaffung und Logistik, die Hotellerie-Services und die Facility Services. Im Dienste der ganzheitlichen Herleitung von Prozessen und ICT-Zielarchitekturen war auch die Informatik vertreten. Mitglieder des Patientenrates der Insel Gruppe brachten jeweils die Perspektiven der Patientinnen und Patienten ein.

Die neu modellierten organisatorischen und räumlichen Optimierungen wurden gut auf die neuen Prozesse abgestimmt. Angesichts des zunehmenden Fachpersonalmangels in Gesundheitsberufen wurde darauf geachtet, dass der Mitarbeitereinsatz entsprechend der jeweiligen Kernkompetenzen erfolgen kann. Dazu wurden bestehende Rollen angepasst und auch neue Rollen gestaltet, wie zum Beispiel die Versorgungs-Assistenz, die Pharmazie-Assistenz und die Hotellerie-Assistenz, um u. a. das Pflegepersonal von nichtpflegerischen Aufgaben zu entlasten. Bei baulichen Fragen wurde auf kurze Wege und optimale Kommunikationsmöglichkeiten geachtet. So definierte man für die Pflegestationen patientennahe Zonen mit einem zentralen Treffpunkt, an dem ein wiederholter Austausch stattfindet und IT-Terminals genutzt werden können. Hierhin werden durch die Support-Prozesse auch regelmässig die erforderlichen Materialien, Pflegesets, Medikamente etc. geliefert.

Wichtig war stets, dass der gesamte Patientenpfad durchgängig gestaltet wurde, also von der Anmeldung über den Eintritt, die Sprechstunden und Behandlungen bis hin zum Austritt. Dadurch wurde nebst der konsequenten Patientenorientierung auch die Ganzheitlichkeit der Konzepte, Prozesse und ICT-Services sichergestellt. Dazu gehören moderne Planungssysteme für Ressourcen (Räumlichkeiten, Instrumente, Rollen etc.), klinikübergreifende Tagespläne für Patientinnen und Patienten und für Mitarbeitende, rollenbasierte und Echtzeit-Sichten auf Status (Aufgabenerledigung, Ressourcenbelegung etc.) sowie Möglichkeiten zu agilen Anpassungen bei Notfällen. Die Patientin bzw. der Patient profitiert zudem von einem Patientenleitsystem, das ihr bzw. ihm den kürzesten Weg zu den Leistungserbringern weist. Durch integrierte Informationsflüsse im eigenen Klinikinformationssystem (KIS) und durch dessen Anbindung an das elektronische Patientendossier (EPD) – zukünftig vorgeschrieben von der Strategie eHealth Schweiz – werden signifikante Effizienzsteigerungen erzielt. Ambulatorien und Zuweiser können sich so noch besser und präziser austauschen.

Die Resultate liegen nun auf Ebene der Makroprozesse und -rollen sowie als ICT-Anforderungen vor. Sie werden in weiteren Schritten priorisiert und entlang von Mikromodellierungen und Pilotprojekten konkretisiert. So können mit dem Bezug der Bauten die bestmöglichen Prozesse und Dienste zuhanden der Patientinnen und Patienten realisiert werden.